„Da sprach der alte Häuptling der Indianer „Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf.“ … ein Song aus den 60ern.

 „Wild ist das Leben!“ fällt mir dazu ein. Aber Daddy will dass ich Karriere mache. Jura, Medizin…wird immer gebraucht.

Kurz vor der „Mittleren Reife“ (hieß das damals, heute noch?) nahm meine gute Tante Elfriede mich  unter ihre Fittiche und ins Gebet.

„Siegfried“ sagte sie beschwörend, „werde Beamter. Da hast du deine Ruhe und der Staat hat immer Geld!“

Ich wusste damals schon zumindest was ich nicht wollte, und das war in diesem Fall das Beamtentum.

„Meine Ruhe“ werde ich im Grab haben, und vorher will ich auch keine. Nicht die Ruhe eines „nine-to-fivers“ jedenfalls. Das wusste ich also früh und so gab es  ein abwechslungsreiches Leben. Und so richtig los geht´s immer jetzt.

Um was geht es? – Seinem Herzen, seinem Gefühl zu folgen…auszuprobieren, seiner Bestimmung auf der Spur bleiben…der Lust folgen, dem Spaß, der Freude.

Es gibt da die schöne Anekdote vom Chefarzt, der sich dann doch mit 75 zur Ruhe setzt. Vorher ging nicht…er war über die Landesgrenzen hinaus berühmt für seine Kompetenz, und man ließ ihn einfach nicht eher aufhören.

Nun also doch, und die Abschieds-Party war voll im Gang. Aber er war unauffindbar. ein naher Freund fand ihn dann im Garten, abseits und traurig. Auf die Frage was mit ihm denn los ist, sagt er: „Ich mag ein guter Chirurg gewesen sein, und das Leben war nicht schlecht…aber ich wollte immer Musiker werden. Mein Leben ist vertan.“

Was will das Herz, was braucht die Seele? – ich glaube diese Frage sollte immer Priorität haben.

 

„Die Wiederentdeckung des Lebendigen“