„Das grundsätzliche Ausweichen vor dem Wesentlichen ist das Problem des Menschen“         Wilhelm Reich

Sherlock Holmes, Assistent Watson und das Wesentliche

Sherlock Holmes und Watson sind auf Camping-Tour und legen sich abends zur Ruhe. Fragt Sherlock Holmes seinen Assistenten, um dessen kriminalistischen Scharfsinn zu prüfen:

„Watson, was fällt Ihnen auf?“  „Well, Boss, dem herrlichen Abendrot nach zu urteilen wird es morgen ein sonniger Tag!“

„Gut., sonst noch was?“ – „Nun, da die ersten Sterne zu sehen sind erscheint mir unser menschliches Dasein im Vergleich zum Kosmos recht klein. Fällt Ihnen Mr. Holmes noch mehr auf?“

 „Well Watson, jemand hat unser Zelt gestohlen“.

Da fällt dem Watson alles Mögliche in der Ferne ein, aber nicht das Naheliegende, das Eigentliche, das Wesentliche…obwohl es so offensichtlich ist. – Typisch für die heutige Zeit?

Das Ausweichen vor dem Wesentlichen entfernt uns von uns selbst, unserem eigenen Wesen. Und ohne ausreichend mit seinem Wesen in Kontakt zu sein, kann kein Mensch gesund und glücklich leben.

Was hilft? –  Auf jeden Fall schon mal:

  • ausreichend Schlaf (und das kann durchaus mehr sein als Sie zu brauchen meinen). Wir sind ein Volk von Unausgeschlafenden.
  • sich im Wachzustand genügend Zeit und Ruhe zu nehmen, das tägliche „Input“ zu verarbeiten.
  • ausmisten: alles verkaufen, verschenken, entsorgen was nicht unbedingt gebraucht wird.

Es war Freitag und wir hatten ein schönes Wochenende vor uns.

Die Freundin  die ich besuchte hatte gerade ihr Studium beendet, und die  Wohnung war voller Akten und Schnickschnack. ..an den Wänden, in den Regalen, auf den Tischen…überall.

Mir fehlte die Luft zum Atmen und ich traf die  Entscheidung: „Entweder verschwindet all das oder ich bin weg!“

Die Freundin begann nach anfänglichem Zögern, Akten und Papierstapel aus der Wohnung zu schaffen und sie in  Müllcontainer zu entsorgen…immer begeisterter. Die Entlastung war deutlich bei ihr und in der Wohnung war deutlich spürbar. Ihre Räumlichkeiten hatten wieder die Qualität vom RÄUMEN, Leere, Platz…

„Ausmisten“ ist ein starkes Tool. Wie war das Sprichwort? Was am Anfang bitter, ist am Ende süß?

Je mehr wir uns überlasten (und Überlastung hat viel mit „Wesentlichem“ und „Un-Wesentlichem“ zu tun)…desto mehr setzen wir uns zusätzlicher „Ablenkung“ (TV, Alkohol, fast-Food) aus. Ein Teufelskreis, aber es gibt Auswege.

Übrigens: hat man sich früher gegenseitig darauf hingewiesen, dass man (im Gespräch) gerade „ablenkt“, ist „Ablenkung“ heute eine gesellschaftlich akzeptierte Freizeitbeschäftigung. Ist es nicht an der Zeit, sich zurück zu besinnen?

 Es gibt grundsätzlich zwei Wege:

  • wir erkennen das Unwesentliche und lösen uns von ihm
  • wir beschäftigen uns mit Wesentlichen und finden Freude daran, und das Unwesentliche gerät zunehmend in den Hintergrund und in Vergessenheit

Letzterer Weg ist oft der natürlichere. Statt sich mit einem Übel zu befassen, lenkt man seine Aufmerksamkeit auf das Positive. Wenn es heller sein soll macht es mehr Sinn, Licht in den Raum zu bringen statt zu versuchen Dunkelheit hinaus zu befördern.

  • Sie können (z.B.) Ihren Fernseher spontan aus dem Fenster werfen (vorher schauen dass er niemandem auf den Kopf fällt!)…oder statt auf dem Sofa liegend auf einem (anfänglich bequemen dann peu a peu unbequemeren) Hocker fernsehen… oder
  • Sie können Ihre Gewohnheit schon mal für einen Abend durchbrechen, die Komfortzone verlassen und sich für einem Spaziergang entscheiden…ein ein für alle Male glücklicher, gesunder Mensch zu werden, der von nun an sein Leben in die eigenen Hände nimmt… sich selbst und seiner Intelligenz und Stärke vertrauend
  • …und sich anschließend mit etwas Süßem oder was Sie sonst mögen belohnen.

Was ist wesentlich? (Machen Sie Ihre eigene Liste. Oder vervollständigen Sie diese).

Sich akzeptieren so wie man ist

Schuldgefühle oder Scham einfach über Bord werfen

Sich und anderen vergeben

Sich mit dem Gedanken vertraut machen, ein äußerst liebenswerter Mensch zu sein und so Selbstliebe aufbauen und fördern

Die Lebenssituation erkennen, sie akzeptieren und verantworten

Zu wissen, ein wunderbarer Mensch zu sein, voller Potential und Möglichkeiten

Schauen was einem Spaß und Freude im Leben bereiten könnte, sich an diesen Gedanken und Bildern zunehmend erfreuen und zulassen, wenn sie Wirklichkeit werden möchten

Sich erlauben Ungewöhnliches zu tun

Zu wissen dass viel mehr auf einen wartet

Sich jeden Morgen zu sagen daß dies der beste Tag meines Lebens sein wird

Die Dinge weniger ernst nehmen

Sich selbst ein Licht sein, und dann als Fortgeschrittener: sich selbst ein Witz sein

 

Die Kunst des Seins – zu sich selbst zurückfinden, Artikel

Prof. Bernd Senf: Freies Fließen – die Lösung von Blockaden, Artikel (Was die Visionäre Wilhelm Reich, Viktor Schauberger und Silvio Gesell gemeinsam haben)

Der Schatz in mir (Östliche Parabel, Audio)

„Gelassenheit gewinnt man nur in der Besinnung auf das Wesentliche              Georg Moser

„Wie oft kommt es doch vor, dass man sein wahres Leben gar nicht lebt              Oscar Wilde

„Wer den Kern sucht, muss die Schale brechen          Erasmus von Rotterdam

„Den Weg zu den Quellen findest du nur wenn du gegen den Strom schwimmst     Laotse

„Die Erde ist mein Altar, der Himmel ist mein Dom, die Gedanken sind mein Garten, das Herz ist mein Haus                    Eden Ahbez, Dichter  u. Komponist

„Die Klarheit seines Inneren ist für den Menschen das höchste Gut                   Adalbert Stifter

„Nicht Besitz macht reich, sondern Freude                    Chinesisches  Sprichwort

„Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar           Antoine de St. Exupéry, „Der kleine Prinz“

 

„Die Wiederentdeckung des Lebendigen“