Paint it black

„Aus…vorbei…ich will nicht mehr! Ich will den ganzen Scheiß nicht mehr sehen…eure Verlogenheit, eure Falschheit, eure Gier nach Kohle und Macht…euer Pseudodasein, eure Lügen die ihr braucht um euer Kartenhaus aufrecht zu halten.

„All das zieht mich runter und macht mich gleichzeitig stark…ja, es muss mich stark machen, weil ich sonst untergehe in euerm Schleim, in eurem Brei der Verdrehtheiten. Euer ständiges Bemühen alles zu kontrollieren, zu manipulieren, alles zu euren vermeintlichen Gunsten zurecht zu drehen.

„Ich brauche es dunkel…all das Geflacker, all die schrille Werbung, euer Geifen nach meinem Lebenssaft…weil ihr keinen eigenen mehr habt.

“I want to paint it black!

 „Ich muß es dunkel haben um klar sehen zu können… meine Augen entspannen, zu mir zu kommen, atmen!

„Ich will ausmisten, weg mit allem was ich nicht brauche, was nicht zu mir gehört. Ich will zum Wesentlichen kommen, ja zum Wesen meiner selbst. Wer bin ich? Um da ran zu kommen brauche ich Dunkelheit! Paint it black!

Ich weiß nicht ob den „Stones“ die tiefere Aussage ihres Songs bewußt war, was sich ganz tief in ihnen ausdrücken wollte.

Es geht letztlich um Meditation. Um Abstand, Distanz. Um eben das: wer bin ich, was ist Wahrheit, was hat ewige Gültigkeit?

Ich komme dem näher wenn ich die Augen schließe „die Tür schwarz streiche“ und somit störende Hintergründe verschwinden…und ich so mir selbst näher komme…und immer wieder neu entdecke: ich bin reines Bewußtsein, ich bin  nicht mein Körper, nicht meine Gedanken, nicht einmal meine Gefühle.

Und diese Erfahrung befreit. Und Freiheit ist das was ich will. Was jeder will. Nur man vergisst es so leicht. Oder will es vergessen, weil die Erinnerung schon Schmerzen verursacht…sich einzugestehen daß der Zug fast abgefahren ist.

O.k., du kannst ihn fahren lassen.

Wirst du eben ein paar mal wieder geboren. Immer wieder neu in die Windeln scheißen, laufen lernen, malochen, sich vermehren und zum Schluss sich ausgelutscht und krank in den Sarg schleppen…bis wir´s begreifen: du hast frei zu sein, du musst dich fit und wach halten dafür.

 

„Die Wiederentdeckung des Lebendigen“